appels politischer Blog

Fr

12

Jun

2009

apl´s merkwürdige Woche

Von bösen Geistern, der Bild Zeitung und Ilse Aigner´s Retourkutsche

Man könnte meinen es war eine Woche wie jede andere auch, aber man kann sich täuschen. Wir hatten eine Europawahl, die Arcandorpleite, geniale Interviews und Fernsehauftritte und einen Böhning auf Stimmenfang bei Pornousern. Wer wissen will was Palau mit 200 Millionen Dollar macht und wieso Europa bald uncooler ist als Mosambik, der sei willkommen bei apl´s merkwürdiger Woche.

 

Da so viel los war diese Woche versuche ich euch, des alles mal in 10 Punkten näher zu bringen.

 

1.) Ganz oben in der Skala der unnützen Bundesminister hatte sich isle aigner festgesetzt und ließ sich trotz der jahrelangen Dummrhetorik Erfahrung von Wolfgang Schäuble nicht verdrängen. Ein Shootingstar ohne Allüren. Eine Person, die Wankelmütiger als unsere Kanzlerin durch ihre ersten 6 Monate als Ministerin flog und sich weder an Grundsätze noch an ihre Prinzipien hielt. Da Frau aigner aber lesen kann war sie ein wenig böse auf mich und hielt es für angebracht mir durch eine noble Geste zu zeigen, dass sie nicht so blöd ist wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Sie fand sich in ihrer Rolle als Verbraucherschutzministerin wieder und verlangte von den Banken, den niedrigen Leitzins an ihre Kunden auf Dispozinsen und Kreditzinsen umzumünzen, bzw. anzurechnen. Ich bin ein Freund von Bankenschelte, aber kein Freund von Technikern die VWL für einen Fernsehsender halten und Wirtschaft mit Kneipen gleichsetzen. Wer mehr über das temporär wichtige Verfahren der ständigen Fazilitäten erfahren möchte, nehme sich die Website der EZB vor. Der Tipp darf auch von Frau aigner angenommen werden.

 

2.) Nachdem sich die CDU/CSU mit ihrer Vorzeige Nachhilfebedürftigen Ministerin ins linke Knie schoß, legte die SPD mit ihrem linken Sprecher Böhning selbstredend nach. Die derzeit stark in politische Bedeutungslosigkeit gefallene SPD Linke, verfolgt, seit Andreas Nahles dort ein Wort zu sagen hat, die Politik "Wo immer ein Falsches Pferd steht, kommt die SPD Linke und schreit - Hebt uns druff". Björn Böhning hingegen, suchte sich ein Pferd das ein wenig falsch und schlecht reitbar ist. Er plädierte gegen das AntiKi..erp...ogr..iegesetz von Frau von der Leyen mit der immer wieder gut gewählten "Alibi Politik". Die CDU Parteizentrale ließ durch ihr Mitlgiederblatt BILD, sofort ein Stooopppptttt Böhning plakatieren ohne journalistische Einwände von seiten der Redaktion zu bekommen. Die Idee dieses Gesetzes ist super und wird mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit von den Bürgern mitgetragen, die Umsetzung hingegen ist so Fehlerhaft und Lückenhaft wie unser derzeitiges Wissen über den Air France Absturz. Weshalb Böhning sich trotz guter Einwände jetzt die Schelte abholt liegt vielmehr an seiner Restlichen Wortwahl, die weder die Probleme dieser Idee in anderen Ländern zur Grundlage hatte noch die anderweitig miserable Abwehrpolitik im Kampf gegen Kinderpo...gr..ie. Warum ich das Wort nicht ausschreiben hat nix mit Frau von der Leyen zu tun sondern mit dem Mann von Punkt 3.

 

3.) Innenminister Wolfgang Schäuble hat sich diese Woche soviel erlaubt, das ich ihn nicht mehr in der Liste der unnützesten Menschen führe und ihm gleich einen Lifetime Award für kongeniale Sprachfetzen überreiche. Angefangen bei der Absage an die USA, Guantanamo Unschuldige aufzunehmen, durchzog eine Schockwelle von Schäubles Gedanken die Politik Nachrichten diese Woche. EU Kommissar war heute der Höhepunkt. Mir graut es jetzt noch. Das Schäuble sich menschlich und ethisch ungefähr so verhält wie Doktor House hatte ich bereits die letzten Male erwähnt und soll hier nicht noch einmal breitgetreten werden, jedoch möchte ich vor diesem Mann als EU Kommissar warnen. Wer tote Moslems besser findet als George Bush und unschuldige Menschen wie Verbrecher verurteilt, sollte weder Europa representieren noch Deutschland. Was das mit dem nichtausschreiben des Wortes aus Punkt 2 zu tun, ist ebenfalls in einem vorherigen Blog erläutert.

 

4.) Palau ist ein Inselstaat ohne weltpolitsche Bedeutung jedoch mit so vielen Regenbögen, das man diese sogar in der Nationalhymne besingt. Am Ende eines jeden Regenbogens steht ein Topf voller Gold, sagt die Sage und laut inoffizieller Berichte aus Washington ist dies seit Donnerstag sogar bestätigt. 200 Millionen Dollar soll das Pazifikreich in Äquatornähe bekommen haben um 17 Uiguren aus Guantanamo aufzunehmen, was ungefähr den Subventionen für die Zeche in Duisburg pro Jahr gleichkommz. Was man mit 20.000 Einwohnern und 200 Millionen Dollar macht wollte uns Präsident Toribiong nicht sagen, aber man kann sich beim Computerspiel Tropico mit dem dazugehörigen Artmoney Cheat schon mal Gedanken machen.

 

5.) Arcandor darf in dieser Woche nicht fehlen und sollte behutsamn angegangen werden. Insolvenz ja oder nein, war die Frage die zu Guttenberg am Dienstag beantworten musste und entschied sich für seine Kaufmännische Ausbildung und die Schröder Politik von 1999. Arcandor ist Insolvent und verursacht damit einen Schaden von 1 Milliarde Euro. Kein Schaden für die Regierungskasse, sondern vielmehr einer für den Pensionssicherungsverein aus Köln, der jetzt die Betriebsrenten weiterzahlen muss. Um den Baron aus Bayern nicht noch mehr seine Gelfrisur zu versauen, halte ich mich mit Anschuldigungen dezent zurück und stimme den Wirtschaftsexperten von WiWo zu, die in Arcandor ein leuchtendes Beispiel für extrem verfehlte Wahlkampfpolitik sahen und ein Signal für die Abfuhr von Managern. Wer sich darüber eine Meinung bilden möchte dem rate ich zu BWL Studium und die Benutzung einer Münze. Nachdem die Vor- und Nachteile sich Waage hielten, hat zu Guttenberg anscheinend genauso gehandelt.

 

6.) Der Mann der das total doof fand und sich als Arbeiterführer etablieren möchte heißt Franky. Steinmeier fand das "der Arbeitsminister für Arbeit kämpft und der Wirtschaftsminister für Insolvenzen". Ein herrliche Wahlkampfpointe die ihren Höhepunkt in der Retourkutsche fand. Die kam nicht von der CDU sondern vielmehr von Emnid. Die fragten Schulschwänzer in Kölns Innenstadt wer cooler ist und da Franky als Eule mehr Leute verschreckt als gewinnt, sank sein Wert in dieser Woche noch tiefer. Den Kopf aus der Schlinge zieht er am Wochenende, denn da ist der Parteitag der SPD (Mehr dazu im nächsten Blog) und mit etwas Glück gibt es ein fulminanten Applaus und die seelige Erkenntnis das man keine Volkspartei ist, sondern die SPD. Viel Glück!

 

7.) Kein Blog ohne Bush. Dieser heißt jetzt Obama und ist deshalb so uncool wie Batman ohne Heath Ledger. Deshalb nehme ich den deutschen Bush, der bei uns Angela Merkel heißt. Ich fand erschreckende Parallelen zwischen den beiden die sich in manigfalter Misswirtschaft trafen. Ok ich weiß Parallelen treffen sich nicht, auch wenn das in der hyperbolischen Geometrie durchaus möglich ist. Bleiben wir aber bei Euklid und Merkel. Unsere Krankenkassen sind pleite und die privaten sogut wie aufgelöst, was unsere Ärzte im Geldbeutel bald spüren werden. Die Kopfpauschale ist zwar vom Tisch wird aber spätestens 2010 eingeführt (Wetten nehme ich an) mit einem Satz von ca. 15,5 Prozent, was ungefähr dem Gegenteil von Ulla Schmidts zweifacher Jahrhundertreform entsprcht. Die Steuerbelastungen sind in den letzten drei Jahren gestiegen und eines von Angelas Wahlkampfzielen hat sie erst durch die Wirtschaftskrise erreicht, nämlich die Eindämmung der Inflation. Dieses alles führt uns zu Punkt 8 und ....

 

8.) .... meinem Lieblingswort Dummrhetorik. Das Angie das nicht versteht ist klar, weshalb ich es für sie mal Annihilation nenne. Das ist zwar ein Begriff der mit Politik soviel zu tun hat wie Dieter Bohlen, dürfte aber in seiner Übersetzung "die Vernichtung", Merkels Politik besser beschreiben. Man kann in so einer Woche viele kluge Sätze hören und viele Kabaretteinlagen sehen, jedoch keiner ist so schön, wie Merkels Illner Statement von gestern Abend. "Wenn ich sage nein, dann glauben sie mir, ist es nein". Wahnsinn, das man nach 4 Jahren immernoch unverschämt in die Kamera lügen mag. Ich will nicht alle von Angelas "Wohltaten" aufzählen, weil das den Rahmen sprengt, ich will die Leute nur an die in Punkt 7 genannten Ereignisse erinnern und Ihnen Worte wie Bürokratieabbau, Mehrwertsteuer, Hochschulbildung und Förderalismusreform ins Gedächtnis rufen.

 

9.) Ich komme von der CDU einfach nicht weg. Das Problem ist: Oobwohl ich objektiv alle Parteien gleich behandel, bleibt es mir nicht erspart die Konservativen zu rüffeln. Diesmal aber in Niedersachsen mit einer Sache die schon ein wenig her ist. Es geht um politische Bildung. In Deutschland gibt es Bundeszentrale für PolBil und in den 16 Bundesländern gibt es die auch. Da ruft man an, fragt was nach und man bekommt kostenlos alle Hilfe zu politischen Themen die es gibt. In Niedersachsen gibt es das nicht mehr. Die CDU hat dies abgeschafft. Ich zitiere Wulff nur ungerne, aber ich erinner mich an eine Rede in der er für MEHR politische Bildung an Schulen eintrat und MEHR politische Aufklärung gefordert hat. In was für einem Zusammenhang, dies mit der Schließung unserer Landeszentrale steht, konnte mir bisher niemand beantworten. Ich denke aber Wulff und die CDU durchschaut zu haben - je dümmer die Wähler, desto mehr Stimmen für die CDU. Das die CDU damit beweisst wie dumm sie selbst ist, zeigt doch die Tatsache - je dümmer der Wähler, desto schneller wählt er links oder rechts. *kopfschüttel*

 

10.) Der letzte Punkt in einem langen Blog über eine merkwürdige Woche, soll kurz sein und keine tiefgreifenden Probleme mehr offenbaren. Berlusconi hat Gaddafi empfangen und ihn hofiert. Die BILD findet das doof weil Gaddafi ja ein Terrorist war in 80ern. Lybien ist aber der größte Öllieferant Italiens. Unser größter Öllieferant ist Russland knapp vor Saudi Arabien. Beides Länder die Amnesty International noch NIE wegen Menschenrechtsverletztungen in ihre Liste aufnahm.

 

Immer schön Mitdenken und Freudig in die Zukunft schauen.

 

Nächstes mal zeige ich euch den Zaubertrick mit getürkten Wachstumszahlen, erkläre euch wieso Horst Seehofer der richtige Mann für Bayern ist und rufe isle aigner an um festzustellen wie weit sie mit ihrem VWL Studium ist.

 

euer appel

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